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Ritterschlag (Schwertleite)-Zeremonie nach historischen Quellen

„Als Beispiel für die Schwertleite möge hier die Beschreibung dienen welche uns über diese Feierlichkeit aus dem Jahre 1247 erhalten ist und welche an dem erwählten deutschen König dem Grafen Wilhelm von Holland zu Köln vollzogen wurde. Der König von Böhmen Wenzl I. erteilte ihm den Ritterschlag. Nach vorausgegangener Messe führte dieser den Knappen, den Grafen Wilhelm, vor den anwesenden Kardinal Legaten als Stellvertreter des Pabstes und bat, dass er dessen Bekenntnis annehme, damit er in die Ritter Genossenschaft aufgenommen werden könne Der Kardinal im Priestergewand fragte den Knappen, welches die Pflichten eines Ritters seien, worauf die Antwort folgte:

  • „Der Ritter muss hochherzig freigebig tapfer höflich und standhaft im Unglück sein!“

Nun hielt ihm der Kardinal-Legat die Regeln des Rittertums zur reiflichen Überlegung vor:

  • „Er müsse, hieß es, täglich die Messe hören für die Kirche und den Glauben kämpfen, Witwen, Unmündige und Waisen schützen, ungerechten Krieg meiden und schlechten Sold zurückweisen, jeden Zweikampf für die Unschuld eingehen, Tourniere nur der Umgebung wegen besuchen, dem Kaiser und seinem Stellvertreter in allen weltlichen Dingen gehorchen endlich vor Gott und den Menschen tadellos in dieser Welt leben. Wenn Du diese Gesetze der Ritterschaft fromm beobachten und gegen Jedermann beschützen willst, so wirst Du auf Erden zeitliche Ehre und nach diesem Leben die ewige Seligkeit erwerben.“

Nach diesen Worten legte der Kardinal die gefalteten Hände des jungen Knappen in das Messbuch auf das gelesene Evangelium und sprach weiter: „Willst Du nun die Ritterwürde im Namen Gottes fromm empfangen und diese Lehre nach Kräften erfüllen?“  „Ich will“, antwortete der Knappe und las darauf das Bekenntnis ab, welches ihm der Kardinal übergab:

  • „Ich, Wilhelm Graf von Holland, Ritter und des Heiligen römischen Reiches freier Vasall, bekenne und schwöre die Regeln der Ritterwürde zu beobachten, bei diesem heiligen Evangelium, welches ich mit meiner Hand berühre.“

Hernach erteilte ihm der Kardinal vollständigen Ablass von seinen Sünden, und der König von Böhmen vollzog den Ritterschlag mit einem Schlag an den Hals und sagte dazu: „Zur Ehre Gottes des Allmächtigen mache ich Dich zum Ritter!“ Dann gab er Festlichkeiten drei Tage lang und bewies seine Freigebigkeit durch reichliche Geschenke wie das allemal die erste Pflicht des neuen Ritters war mit diesem Tage seiner Aufnahme in die Ritterschaft.“